Der Dalai Lama kommt!

Ich freu mich schon. Nächsten Freitag kommt der Dalai Lama, das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, nach Wien, um vor tausenden Menschen in der Stadthalle einen Vortrag zu halten. Die Karten hab ich schon. Mich interessiert dabei eigentlich weniger das, was er sagt. Ich denke, seine Aussagen und Botschaften sind hinlänglich bekannt. Auch will ich kein politisches Statement setzen (auch wenn es eine Schweinerei ist, was da in Tibet passiert). Aber mich interessiert seine Persönlichkeit, wie er wirkt und ob man etwas (aus Reihe 12) von seiner Ausstrahlung spürt. Schließlich ist er einer der großen Repräsentanten des Buddhismus (zumindest von seiner Funktion und seiner Medienpräsenz her).

Viel Blödsinn kursiert in den Medien, wenn es um den Dalai Lama geht. Von einem „Gottkönig“ ist die Rede, oder einem „Gott“ gar. Dabei gibt es im Buddhismus keinen Gott, er kommt völlig ohne die Huldigung eines Gottwesens aus. Buddha hat nie einen Gottesglauben postuliert, warum sollte dann der Dalai Lama sich als solcher sehen? Aber da der Buddhismus leider von vielen zu den Religionen gezählt wird, muss anscheinend auch ein Gott her, denn was für eine Religion wäre das, gäbe es nicht mindestens einen verzeihenden, allwissenden, zornigen, allmächtigen oder strafenden Gott? Doch eine Religion ist der Buddhismus meines Erachtens nicht.

Natürlich ist ein Gott bequem. IHN kann ich bitten, für mich zu sorgen. IHN kann ich dafür verantwortlich machen, wenn es nicht so läuft oder mir Unglück widerfährt. ER hat unser Schicksal letztendlich in den Händen. IHN kann ich versuchen, mit Opfern, Gaben und Gebeten milde zu stimmen. Und in SEINEM Namen kann ich Gräueltaten begehen, ist es doch stets SEIN Wille. Doch der Buddhismus verzichtet darauf. DU trägst die Verantwortung für dich und dein Wohlergehen. DU hast es in der Hand, ein glückliches, positives Leben zu leben oder im selbstgemachten Unglück zu versinken. DU musst konsequent an deiner persönlichen Entwicklung arbeiten, denn die Statue, vor der du kniest, ist bloß aus Holz oder Stein und vermag es nicht, deine Probleme zu lösen.

Ich freu mich schon. Und natürlich werde ich dann an dieser Stelle davon berichten. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier: Der Dalai Lama in Kärnten.

Übrigens: Buddhismus muss nicht trocken oder theoretisch sein. Das versuche ich mit meinem neuen Roman „Siddharthas Leere“ zu beweisen. Also dann, bis bald!

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