Zu scharf ist nicht gesund

Ich würde meinen, das kommt darauf an. Geht es um Sex, beispielsweise, dann kann man das überleben. Bei einem Samurai-Schwert in den Händen eines geübten Gegners sieht die Sache anders aus, und ich würde obiges Statement ohne zu zögern unterschreiben. Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.

Eigentlich geht es ja um etwas ganz anderes. Und dieses „Andere“ wäre für das Auge des Betrachters absolut ungesund, käme es zu physischem Kontakt (was für ein Samurai-Schwert unbestritten auch zutrifft). Auch wenn es im Auge nichts zu suchen hat. Neugierig geworden?

Ich zitiere: „Das Institut kommt zu dem Schluss, dass die orale Aufnahme von“ … (ja, wovon denn?) in normalen Mengen nicht zu gesundheitlichen Beinträchtigungen führt. Drei Mal dürfen Sie raten. Ich warte …

>> Ferienwohnungen in Rom | Ferienwohnungen Paris <<

Ich frage mich nun, woran Sie gedacht haben, und wie ein Psychiater dies interpretieren würde. Kommen wir zur Auflösung:

Das Institut kommt zu dem Schluss, dass die orale Aufnahme von Chilifrüchten, ihren Zubereitungen und entsprechenden scharf bis sehr scharf gewürzten Speisen etwa der traditionellen afrikanischen, arabischen, südamerikanischen oder asiatischen Küche im Rahmen des international üblichen Verzehrs nicht mit akut gesundheitsschädigenden Wirkungen verbunden ist. [Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellungnahme vom 18.10.2011].

Dies trifft NICHT auf extrem scharfe Würzsaucen zu, wie sie vermehrt im Handel angeboten werden. „Extrem scharf“ oder „höllisch scharf“ halten auch, was sie versprechen. Unlängst wurde so ein Produkt in Österreich aus dem Handel entfernt, weil seine Konsumation gesundheitliche Beschwerden zumindest erwarten ließ. Die Schärfe von solchen Produkten wird gerne in „Scoville-Einheiten“ angegeben, die sich über einen Faktor in den Gehalt an Capsaicin (dem scharfen Bestandteil von Chilischoten) bequem umrechnen lassen. Wirbt das Etikett mit einer Million Scoville, so lassen Sie am besten die Finger davon, es sei denn, Sie sind lebensmüde, oder im Begriff eine Hautwarze wegzubrennen.

Das BfR warnt nun vor dem Genuss größerer Mengen dieser Produkte, wie er entweder aus Unwissenheit, oder aus nacktem Wahnsinn (im Rahmen von Scharfess-Wettbewerben) erfolgt. Wer sich zu letzterem hinreißen lässt, findet wahrscheinlich auch nichts dabei, sich am Sylvesterabend einen Chili in den Allerwertesten zu stecken und feurige Spuren am dunklen Nachthimmel zu ziehen.

Unter uns gesagt, geht doch nichts über eine prickelnd feurige Chilischote in einem harmonisch ausbalancierten Wokgericht. Doch die Dosis macht das Gift, wie schon Paracelsus sagte. Im Zweifelsfall fragen Sie halt Ihren Arzt oder Apotheker …

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmailby feather
Facebooktwitteryoutubeinstagramflickrby feather
Dieser Beitrag wurde unter Humor, Persönliches abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.