Vietnam statt Balkonien

Morgen geht es wieder einmal nach Vietnam. Dabei sah es noch im Mai, nach meiner Entlassung aus dem Spital, eher nach Urlaub auf Balkonien und Reha aus. Doch die anhaltend gute Genesung meines Arms machte das Unerhoffte möglich, und so fliege ich mit.

Dabei hat Balkonien als Reiseziel durchaus auch Vorteile. Man benötigt kein Visum (allenfalls ein Parkpickerl, wenn man in Wien wohnt), man steht nicht im Stau (es sei denn, man legt es darauf an), man kämpft nicht tagelang gegen den Jetlag (es sei denn, man macht die Nacht zum Tag), man hat keine Sprachprobleme (außer man hat ein generelles Problem damit, belegt einen Sprachkurs oder ist Freizeit-Alkoholiker) und man muss nicht stundenlang mit dem Stadtplan in der Hand in fremden Städten herumlaufen (es sei denn, man geht gerne wandern und ist ein hoffnungsloser Fall von Orientierungslosigkeit). Dafür muss man für den sprichwörtlichen Tapetenwechsel schon zum Bauhaus pilgern und neue Papierbahnen auf die Wände kleben (dafür ist man im Urlaub aber wenigstens beschäftigt; ob Sie es glauben oder nicht: ich kannte jemanden, der wollte keinen Urlaub, weil er sich dann immer ein Programm machen musste … echt wahr!).

Wie erholsam dieser Urlaub wird, wird sich noch zeigen. Nachdem ich bereits meine Familie aus Vietnam importiert habe, soll diese jetzt in einer zweiten Ausbauphase erweitert werden. Und nachdem es in Hanoi bereits ein zweites, sozusagen vorproduziertes Kind gibt, wollen wir dieses nach Österreich nachholen. Was wieder das Zurücklegen weiter Amtswege in Aussicht stellt, was ja unabhängig von der Nation viel Spaß bedeutet (mancherorts halt noch ein wenig mehr). Einen Vorgeschmack haben wir während der letzten zwei Wochen bereits bekommen, und was mich wirklich beunruhigt ist der Umstand, dass man sich selbst in Österreich während der letzten beiden Jahre neue Blödheiten einfallen ließ. Und Vietnams Beamtentum ist da um nichts weniger erfinderisch.

Aus diesen Gründen, und der Unwegbarkeit behördlicher Gedankengänge, ist unsere Reiseroute so konkret wie politische Wahlversprechen. Aber für ein Update melde ich mich. Sofern ich nicht auf dem Amtsweg zusammenbreche. Versprochen.

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