Ausflug ins Salzkammergut

Das Salzkammergut, das sich über Teile von Oberösterreich und Salzburg erstreckt, und ob seines Seenreichtums eher Seekammergut heißen sollte, ist sicherlich eines der landschaftlich schönsten Regionen Österreichs. Dutzende größere und kleinere Seen liegen zwischen Bergen und Tälern verteilt, wie überdimensionale Pfützen nach einem heftigen Regenguss. Von vielen Berggipfeln sieht man gleichzeitig mehrere davon. Da es mir nicht möglich war, alle Seen des Salzkammerguts zu besuchen (obwohl das ein reizvolles Projekt wäre, wenn ich es so recht überlege), stelle ich heute zwei Locations vor, die sich im Charakter deutlich unterscheiden.

Die erste liegt nur rund 17 km von der Stadt Salzburg entfernt und besteht aus dem Seen-Triplett Obertrumer See, Mattsee und dem kleineren Grabensee. Mit dem Obertrumer See verbinde ich viele Kindheitserinnerungen, verbrachten wir doch jedes Jahr einen zweiwöchigen Sommerurlaub an seinen Ufern. Kaum Erinnerungen verband ich jedoch mit dem Mattsee. Die süßen Bäckereien aus der Mattseer Konditorei waren alles, womit ich je in Berührung kam, und damit konnte ich als Kind ganz gut leben. Dieses Jahr jedoch kehrte ich nach längerer Absenz wieder einmal an diesen Ort zurück und wollte – meiner Entdeckerlust entsprechend – einmal mehr von der Gegend kennenlernen. Da der Obertrumer See relativ schlecht ufernah zu umwandern ist, fiel die Wahl auf den Mattsee, den man auf einem circa 14 km langen Rundwanderweg – inklusive eines kurzen Abstechers zum Grabensee – mit Start und Ziel im Ort Mattsee umkreist.

Ausschnitt aus der Wanderkarte. Links unten ein Teil des Obertrummer Sees.

Am nördlichen Rand von Mattsee, knapp außerhalb, gibt es einen großen Parkplatz , dort, wo die drei Seen aneinanderstoßen und beiderseits der Bundesstraße nur wenig Land zu sehen ist. Hier beginnen wir unsere Wanderung, um am Ende der Runde nach Mattsee zu gelangen. Die Wanderung ist leicht und familienfreundlich, allerdings ziehen sich 14 oder 15 km gegen Ende doch etwas in die Länge, vor allem, wenn man anfänglich zu viel gebummelt hat. Der Rundweg ist ausgeschildert, doch empfiehlt es sich, die kostenlose Wanderkarte des Tourismusbüros einzustecken. Wer möchte, zweigt nach kurzer Gehzeit links zum kleinen Grabensee ab, den man auf ein paar Kilometern Umweg durch eine Moorlandschaft erreicht. Dort, wo man ans Ufer gelangt, steht man vor einem sehr flachen Wasser, in dem man noch einige Zeit weiter wandert könnte, aber irgendwann wird er doch tiefer und über Wasser ist bislang nur einer gewandelt.

Moorlandschaft beim Grabensee

Der Grabensee

An den Rändern ist der Mattsee ziemlich flach.

Mattsee

Am nördlichen Ende des Mattsee

Gegen Ende der Wanderung fühlt man sich dann schon ein wenig matt …

Gut, dass im Ort Mattsee für das leibliche Wohl gesorgt ist.

Insgesamt ist es eine landschaftlich sehr schöne Tour. In Mattsee findet man dann reichlich Gelegenheit vor, sich kulinarisch zu stärken. Bootfahren ist möglich und Schwimmen auch, aber letzteres ist auch unterwegs möglich. Allzu warm ist der See nicht, aber es gibt ja genügend Leute, die das nicht weiter stört. Ich gehöre nicht dazu. Trotzdem springe ich anschließend noch kurz in den (ebenfalls kalten) Obertrumer See, da die Übernachtung in einer Hütte am See ohne Dusche bevorsteht. Und kalt ist auch diese Augustnacht. Dafür erwachen und frühstücken wir bei strahlendem Sonnenschein nur wenige Meter vom Seeufer entfernt.

Kurz darauf brechen wir zum Wolfgangsee auf. Unser Ziel heißt St. Gilgen, wo wir unser Auto stehen lassen und mit der Seilbahn auf das Zwölferhorn hinauf fahren möchten. Die Fahrt dauert nicht lang und führt uns am Fuschlsee vorbei, und eine knappe Stunde später erreichen wir St. Gilgen. Wie an einem solch prächtigen Wochenend-Sommertag nicht anders zu erwarten, ist der Ort randvoll mit Touristen und Einheimischen, die dasselbe Ziel vereint: aufi auf’n Berg. Folglich finden wir uns in einer langen Schlange vor der Seilbahn vereint wieder. Wanderer stehen neben Paraglidern und warten geduldig auf die Auffahrt. Die Geduld wird nur kurz in Form einer koreanischen Reisegruppe strapaziert, deren Reiseleiterin ernsthaft erwartet, dass eine Reisebusladung Touristen sofort die Seilbahn besteigen darf. Dem Ansuchen wird (seitens des Seilbahnpersonals) nicht standgegeben. Dafür höre ich erstaunt, wie die Dame an der Kassa dem koreanischen Gast auf koreanisch „Auf Wiedersehen“ wünscht. Es dürften nicht die ersten koreanischen Gäste in St. Gilgen gewesen sein.

Oben angekommen, streift unser Blick über eine prachtvolle Landschaft. Unter uns der Wolfgangsee, im Hintergrund der Mondsee, über uns die bunten Schirme der Paragleiter und um uns herum sehenswerte Berge. Die Sonne strahlt und ich strahle mit ihr. Gemütlich machen wir uns auf den Abstieg. Ich wäre lieber bergauf gegangen und dann hinunter gefahren, doch mit Kindern ist das so eine Sache. Auch eine Plateau-Wanderung wäre möglich. Damit es auch nicht zu anstrengend wird, kehren wir auf halbem Weg in die Sausteigalm auf eine Jause ein, die weit besser mundet, als es der Name vermuten lässt.

Oben auf dem Zwölferhorn

Paragleiter über dem Schafberg

Fantastische Bergwelt

Die Seilbahn aufs Zwölferhorn ist heuer 60 Jahre alt geworden.

Ein Paradies auch für Paragleiter

Mit sauren Muskeln erreichen wir St. Gilgen und unser Auto. Noch am gleichen Tag fahren wir zum Traunsee, da ich gerne am folgenden Tag die Langbathseen besucht hätte, doch – man sollte es nicht für möglich halten – ein (erschwingliches) Quartier für 4 Personen ist nicht zu finden, noch nicht einmal in einem weiteren Umkreis, und noch nicht einmal auf einem Bauernhof (obwohl ich zugegebenermaßen nicht nach einem Schlafplatz im Kuhstall gefragt habe). Das ist die Kehrseite von langen Wochenenden. Ich war so was von naiv. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich auf diversen Rucksackreisen mir meine Unterkünfte immer unterwegs gesucht  – und gefunden – habe. Auch bezahlt man in vielen Ländern zumeist fürs Zimmer und nicht pro Person, wie in Österreich, was für Familien alles ein wenig teurer macht. In Kroatien beispielsweise, fanden wir selbst im Sommer kurzfristig günstige Quartiere übers Internet. Doch diese Erkenntnis half nichts. Wenn doch Südostasien nicht so weit weg wäre. Scotty, einmal beamen bitte!

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