Drei Schlösser in NÖ

Nein, wir beschäftigen uns heute nicht mit Sicherheitstechnik der Eingangstür. Heute erzähle ich von drei Schlössern, die in Niederösterreich liegen und eines gemeinsam haben: sie zählen nicht unbedingt nicht zu den Top-Attraktionen der Region, mit Ausnahme vielleicht des Schloss Mayerling, in dem sich der tragische Selbstmord des Kronprinzen Rudolf ereignete, und welches sogar (oder vorwiegend?) von ausländischen Touristen besucht wird, wie ich selbst feststellen konnte. Sie spielen nicht in derselben Liga wie ein Schloss Schönbrunn, Schloss Belvedere oder Schloss Hof, aber sie sind alle Mal einen Abstecher wert: Schloss Kittsee an der Grenze zur Slowakei, Schloss Wilfersdorf im Weinviertel und Schloss Mayerling bei Alland im Wienerwald. Es ist bezeichnend, dass ich selbst schon an Schloss Mayerling öfters vorbeigefahren bin, ohne jemals Notiz genommen zu haben, weil man es von der Straße aus im Vorbeifahren nicht unmittelbar sieht. Ähnliches passierte mir auch mit Stift Heiligenkreuz, über welches ich erst unlängst berichtet habe.

Schloss Mayerling (oder Karmel Mayerling, wie es heute auch genannt wird) war ein Jagdschloss des Kronprinzen Rudolph, Sohn von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Es ist deswegen historisch bedeutsam, weil sich der Selbstmord vom Kronprinzen und seiner Geliebten Mary Vetsera dort ereignete. Das Jagdschloss wurde daraufhin umgebaut und als Frauenkloster fortgeführt. Und ein solches ist es bis heute geblieben. Es wäre gewiss nicht der Publikumsmagnet, ohne jenes tragische Ereignis. Aber die Habsburger ziehen immer noch die Menschen in ihren Bann, wie auch das Sisi-Museum in der Hofburg und zahlreiche Filme zeigen. In Mayerling gibt es an sich nicht viel zu sehen: ein kleines Museum mit historischen Ausstellungsstücken, darunter der Sarg von Mary, der von Plünderern aufgebrochen wurde. Dokumente und Bildmaterial erzählen die dramatischen Ereignisse jener Tage, die vom Kaiserhaus vertuscht werden mussten, angesichts der unstandesgemäßen Liebschaft. An der damaligen Stelle der Leichenfunde steht heute eine kleine Kapelle mit Altar. Das ist es eigentlich auch schon. Mehr als eine Stunde ist damit nicht zu füllen. Aber der geschichtliche Kontext gibt schon etwas her, verleiht dem Ort eine gewisse Magie. Und wer will, findet noch einige andere lohnende Ausflugsziele in der näheren Umgebung, von der Allander Höhle, bis zur Seegrotte Hinterbrühl, dem Naturpark Sparbach und dem bereits eingangs erwähnten Stift Heiligenkreuz. Und wandern lässt es sich natürlich auch vortrefflich im Wienerwald.

Schloss Mayerling

Zuerst geht es durch einen Schauraum über Kronprinz Rudolf.

Den Tatort des Doppelselbstmords ließ Kaiser Franz Josef zu einer Kapelle umbauen.

Nachstellung des Kaisers, wie er um seinen Sohn trauert.

Der Altar steht angeblich an jener Stelle, an der Rudolf und Mary gefunden wurden.

Der aufgebrochene Sarg Marys.

Schloss Wilfersdorf selbst kann sich nicht solch berühmter Protagonisten rühmen, und doch ist es im Besitz eines einflussreichen Geschlechts. Die Liechtensteiner ziehen ihre Spur durch die Jahrhunderte, ihre Spuren finden sich neben dem gleichnamigen Fürstentum nicht nur in Wilfersdorf, sondern auch in der Burg Liechtenstein bei Mödling, und in der benachbarten Tschechei mit den Schlössern Valtice und Lednice. Angesichts seiner prachtvollen Architektur ist es schon unglaublich, dass es sich beim Schloss in Lednice nur um den Sommersitz der Herren vom nur wenige Kilometer weit entfernten Valtice gehandelt hat. In Schloss Wilfersdorf gibt es neben einer Ausstellung über das Geschlecht der Liechtensteiner auch ein kleines Heimatmuseum mit regionalen Exponaten aus der jüngeren Vergangenheit aus den Bereichen Wohnen, Landwirtschaft und Gewerbe.

Schloss Wilfersdorf

Ausstellung über die Liechtensteiner

Heimatmuseum

Das Schloss Kittsee kann mit weniger beeindruckenden Eckdaten aufwarten, es ist auch erst ein paar hundert Jahre alt. Es stand im Besitz des Fürsten Ladislaus Batthyány, der aus reicher Familie stammte und in der Region Bedeutung als „Arzt der Armen“ erlangt hatte, da er seine Paienten kostenlos behandelte. Heute dient das Schloss als Kultur Location und für Hochzeiten etc. Ich würde es nicht als Ausflugsziel per se bezeichnen, aber wer durch Kittsee kommt, kann es sich ja mal ansehen. Ein Restaurant gibt es nämlich auch, mit Blick auf den Schlossgarten und recht normalen Preisen. Man muss also kein Adeliger sein, um sich das Essen leisten zu können.

Schloss Kittsee

Schlossrestaurant mit Blick auf den Schlosspark

Rückseite des Schlosses

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