Vor den Toren Wiens: Naturpark Sparbach

Es ist schon unglaublich: manche Orte liegen so nahe, und doch kennt man sie nicht. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dort gewesen zu sein, zumindest nicht diesseits jener ominösen Zeitschranke, hinter der die Ereignisse der Kindheit zu einem grauen Nebel verblassen. Vielleicht ist es nicht einmal so sehr die mangelhafte Erinnerung, als vielmehr der Umstand, am Rücksitz des elterlichen Autos irgendwo hin gekarrt worden zu sein, ohne das Ziel zu kennen. Tatsächlich merke ich mir Orte besser, seit ich selbst die Land- und Straßenkarten studiere, und das Erlebte fotografisch dokumentiere. Auch meine Orientierung verbesserte sich dadurch schlagartig. Heute komme ich in eine große Stadt wie zum Beispiel Bangkok oder Seoul und empfinde bereits nach ein bis zwei Tagen eine gewisse Vertrautheit. Als Führerschein-Neuling habe ich mich hingegen sogar in meiner Heimatstadt Wien ständig verfahren.

Der Naturpark Sparbach liegt in der Nähe von Mödling bei Heiligenkreuz, und damit nur wenige Kilometer außerhalb von Wien. Bekannt ist auch das Stift Heiligenkreuz, welches ebenfalls für Besucher geöffnet ist, und welches mit dem Naturpark zu einem Tagesausflug kombiniert werden kann (das hole ich noch nach). Das Areal ist dem Wiener Lainzer Tiergarten nicht unähnlich, wenngleich nicht so groß. Aber für ein paar Stunden erholsamen Spaziergangs mit der Familie ist es ideal. Die Wege sind gut ausgeschildert, und verschiedene Attraktionen wie Tiergehege oder alte Ruinen sorgen für Kurzweil. Die Ruinen wurden nicht alle künstlich in die Landschaft gestellt, sondern sind im Falle der Ruine Johannstein die Reste einer Burg, die bis ins 12. Jh. zurück reicht. Nicht, dass das wirklich einen Unterschied macht (beide sind halb verfallen), aber es verleiht der Sache doch eine gewisse Authentizität.

Das Areal ist von einer Mauer umgeben, weswegen man sich nicht wirklich verlaufen kann (wenn sie dennoch nicht zum Ausgang zurückfinden sollten: die Nummer der Bergrettung für Wien und NÖ lautet 01 5057057). Vom Besucherzentrum (mit warmen Speisen vom Imbiss) gelangt man vorbei an mehreren Kleintiergehegen zum Lenauteich, in dem man die um Futter bettelnden Karpfen förmlich mit einem Stein erschlagen könnte (man tut es natürlich nicht). Kurz darauf sieht man auch schon die Ruine Johannstein. Von dort hat man mehrere Möglichkeiten, zum Dianatempel zu gehen und weiter zur Köhlerhausruine. Die Wege sind breit und geschottert, daneben verlaufende Wege dann schon einmal etwas steiler. Bergschuhe benötigt man trotzdem keine. Auch wenn sie wahnsinnig professionell aussehen.

Wir sind die Bengerln. Iaahh!

Der Lenauteich

Burgruine Johannstein

Burgruine Johannstein

Überall darf man allerdings nicht herumrennen, damit die frei lebenden Wildtiere auch ihre Ruhe haben. Obwohl ich vor einem der Gehege eine ziemliche Sau gesehen habe (also ein Wildschwein beim Fressen), der die anwesenden Menschen aber so was von egal waren. Aber der Mensch kann anstrengend sein, das sehe ich vollkommen ein. An entsprechender Stelle macht jeweils ein Hinweisschild darauf aufmerksam, dass ein Weg nicht begangen werden soll. Es bleibt auch so noch genügend Besucher-Auslauf.

Auf angenehmen Wegen geht es dahin.

Die Dianawiese …

… mit dem Dianatempel.

Auf dem höchsten Punkt thront die Köhlerhausruine.

Vor dem Naturpark gibt es übrigens einen großen Parkplatz. Sollte dieser voll sein (so wie es mir widerfahren ist), dann findet man im Ort Sparbach ein paar Meter daneben weitere Parkmöglichkeiten. Mit dem Auto in den Park hinein fahren, ist natürlich verboten (auch wenn es dort sehr viele Parkmöglichkeiten gäbe).

Wer gerne Tierparks besucht, der wird auch am Wildpark Ernstbrunn seine Freude haben, der ca. 40 km von Wien entfernt im Weinviertel liegt. Und – wie bereits erwähnt – der Lainzer Tiergarten im Westen von Wien.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmailby feather
Facebooktwitteryoutubeinstagramflickrby feather
Dieser Beitrag wurde unter Persönliches abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Vor den Toren Wiens: Naturpark Sparbach

  1. Pingback: Zu Besuch in Stift Heiligenkreuz | Comedian Traveller

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.