An der Mannswörther Donau

Der Nationalpark Donau-Auen bietet eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten. Vom Tagesausflug bis zum kurzen Spaziergang ist alles dabei. Ich habe ja bereits mehrmals darüber geschrieben (z.B. „Im Auenland„). Es gibt kaum einen Winkel, den ich nicht besucht habe. Ein kleiner Spaziergang blieb jedoch offen. Gerade einmal vier Kilometer lang, führt er vom Ortsrand von Mannswörth zur Mündung der Schwechat in die Donau. Das fällt nicht unter Extremsport, doch für einen kurzen Winterspaziergang gerade richtig. Von Wien aus, ist es auch nicht weit. Mannswörth liegt in der Nähe des Schwechater Flughafens.

Die Wegbeschreibung ist der Webseite des Nationalparks zu entnehmen: Mannswörther Runde. Man lässt sein Auto am Ende der Zainethbrückengasse stehen (kleiner Parkplatz), überquert die Brücke über die Schwechat und folgt dann den Nationalpark-Wegweisern. Wirklich verlaufen kann man sich nicht, denn zur linken stoppt Sie die Donau, und auf allen anderen Seiten die Schwechat. Das Augebiet ist nicht spektakulär, aber es handelt sich auch nicht um Nationalpark-Kerngebiet. Ein bisschen dem Damm entlang, ein Stück an der Donau, und ein Stück an einem Altarm vorbei. Am Donauufer kommt man an etlichen Daubelhütten vorbei, die früher dem berufsmäßigen Fischfang dienten und heute in privaten Händen sind.

Blick auf die Schwechat von der Zainethbrücke. Man beachte das Daubelboot (mehr dazu im Text).

Entlang des Hochwasser-Damms.

Ein Donau-Altarm

An der Donau angekommen. Im Hintergrund liegt Wien.

Daubelhütte

Dass der Fluhafen Schwechat nahe ist, merkt man an den zahlreichen tief fliegenden Flugzeugen.

Noch eine Daubelhütte.

An der Mündung der Schwechat hatte ich dann Gelegenheit, mehr über die Daubelfischerei zu erfahren. Heute hat sie kaum noch Bedeutung, aber früher war das anders. Davon zeugen viele Daubeln entlang der Donau im Abschnitt zwischen Wien und Hainburg. Auch an der March habe ich schon welche gesehen. In Wien sind die absenkbaren Vierkant-Netze zumeist an Hausbooten angebracht. Mit einer Art Flaschenzug lässt man die Netze ins Wasser und holt sie wieder heraus. Dabei hängen die Netze direkt über dem Wasser, und das macht in meinen Augen auch Sinn. Umso verwunderter war ich daher, dass die Netze der Daubelhütten bei Mannswörth über festem Grund hingen. Wartete man auf Hochwasser, oder waren die Fische so übermotiviert, dass sie aus dem Wasser ins Netz sprangen?

Wie kommen die Fische in das Netz, wenn es über festem Grund schwebt?

Daubelhütte an der March

An besagter Flussmündung erspähte ich dann einen Mann, dem eine der Daubelhütten gehören zu schien. Gerne stand er mir Rede und Antwort. In der Tat mussten die Daubelfischer in der Lage sein, die Position des Netzes an den jeweiligen Wasserstand anzupassen. Der Clou liegt in der Verwendung von zwei Stahlseilen, die mit je einer separaten Kurbel betätigt werden. Auf diese Weise wird das Netz nicht einfach nur vertikal hinuntergelassen, sondern es kann auch in Richtung des Wassers bewegt werden. Und wie gelangen nun die Fische in das Netz? Meine Vermutung, wonach sich im Netz ein Köder befindet, erwies sich als unrichtig. „Die Fische sind so dumm und schwimmen aus Neugier in das Netz“, meinte der Fischer. Dann hebt man es an, und mit etwas Glück (oder Pech, je nachdem, aus wessen Blickwinkel man es betrachtet) befindet sich ein Fisch darin. Und das scheint sogar besser zu funktionieren, als die herkömmliche Angelei. Er musste es wissen, denn in seinem kleinen Daubelhäuschen zeigte er mir stolz die zahlreichen Fotos und Trophäen aus seinem langen Anglerleben (ganz konventionell, also mit Rute gefangen, meist im Ausland). An der Donau aber fischt er mit einem kleinen Boot, an dessen Bug ein Daubelnetz befestigt ist. Das macht ihn mobiler.

Die Schwechat-Mündung. Die Sessel hat der nette Fischer aufgestellt, sie dürfen von jedem benutzt werden.

Das Daubelboot

Inside Daubelhütte. Sogar ein Schnaps wurde kredenzt (der es in sich hatte).

Trophäen aus dem Ausland (eine davon war eine Seeforelle aus Irland).

Die Daubelfischerei kann prinzipiell von jedem betrieben werden, der über eine gültige Fischerkarte verfügt (und natürlich eine Daubel besitzt). Zweiteres ist vermutlich die größere Hürde.

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