Vogerl schauen (rund um den Neusiedler See)

Der Neusiedlersee ist in Ostösterreich eine fixe Größe, als „Meer der Wiener“ wird er auch gerne bezeichnet, was aus Wiener Sicht sicherlich etwas egozentrisch ist, denn im Gegensatz zur Bundeshauptstadt liegen das Burgenland und auch Ungarn tatsächlich an seinen Ufern. Hauptsächlich das Burgenland, nur das südlichste Seeufer liegt in der ungarischen Puszta. Da das Gebiet landschaftlich eine ausgesprochen schöne Gegend ist, hat man einen Teil davon unter Naturschutz gestellt und zum Nationalpark erklärt. Dieser besteht im wesentlichen aus zwei Hauptteilen, nämlich dem Seewinkel und der Langen Lacke. „Lange Lacke“ könnte man irrtümlicher Weise auch als Umschreibung für den See selbst missverstehen, doch das wäre lästerlich, das hat sich der See nicht verdient, schließlich mißt er 36 km der Länge nach und umfasst eine Fläche von 315 Quadratkilometern.

Die Landschaft der pannonischen Tiefebene ist sehr reizvoll.

Aufgrund der gestreckten Lage, ist das Fahrrad ein ideales Fortbewegungsmittel. Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte entweder sehr gut zu Fuß sein (der „gestiefelte Kater“ wäre hierfür ein geeignetes Vorbild), oder die Distanzen zwischen den Hauptattraktionen mit dem Auto zurücklegen. Die Lange Lacke alleine in der Nähe von Apetlon lässt sich bequem innerhalb von 2-3 Stunden gehend zurücklegen. Die Lacken um Illmitz stellen gehend sicherlich eine Herausforderung da, aber machbar ist es schon. Dabei sollte man sich von den teils seltsamen Namen nicht abschrecken lassen. Die „Zicklacke“ ist gar nicht so zickig, wie es ihr Name suggeriert, wobei auf der Karte das Wort „periodisch“ nachfolgt. Wahrscheinlich hat sie, wie jeder von uns, ihre guten und schlechten Tage. Auch der Obere und Untere Stinkersee riechen ganz normal und keineswegs garstig. Hier tut man der Natur Unrecht. Der Bereich „Illmitz Hölle“ ist zwar im Hochsommer heiß, aber ansonsten vollkommen ungefährlich.

Das Fahrrad ist für die Erkundung des Nationalparks vortrefflich geeignet.

Was diesen Naturpark für alle Ornithologen zu etwas Besonderem macht: die Scharen von Zug- und Wasservögeln, die sich dort periodisch niederlassen. Und man sieht wirklich viele Vögel, wenn man zur richtigen Zeit zur Stelle ist, selbst wenn man den Großteil davon – so wie ich – nicht eindeutig benennen kann (mit „Vogel“ liegt man aber, zoologisch gesehen, immer richtig). Wer einen Feldstecher besitzt, sollte ihn unbedingt mitnehmen, denn viele der Vögel sind nicht groß, und bei weitem nicht so zutraulich, dass sie von selber näher kommen, wenn man die Kamera zückt. Profis rücken daher mit 5 Kilo – Teleobjektiv und Stativ an.

Passionierte Hobby-Ornithologen erkennt man leicht an ihrer Ausrüstung.

An Vögeln mangelt es wahrlich nicht.

Wer angesichts der Weitläufigkeit des Nationalparks und der verstreut umher liegenden Lacken nicht weiß, wie er das Projekt Besichtigung am besten angeht, für den habe ich ein paar Vorschläge. Für den Rundgang um die „Lange Lacke“ bei Apetlon kann man der L205 „Apetlon-Sankt Andrä“ folgen und dann auf der südlichen Seite der Lacke (NP Wegweiser) das Auto stehen lassen und zu Fuß einmal rundherum gehen, dabei passiert man auch die nördlich gelegene Lacke. Dauert etwa 2-3 Stunden, je nachdem, wie lange man sich Zeit lässt.

Spaziergang um die Lange Lacke.

Für die Illmitzer Lacken bietet sich als Ausgangsort das Besucherzentrum in Illmitz an, denn von dort gelangt man gleich auf einen ausgeschilderten Radweg. Ich fuhr mit dem Rad auf dem „Illmitz-Wiesenweg“ in nördlicher Richtung bis zu den Stinkerseen und noch ein Stück weiter zur Illmitzer Hölle. Dann kehrte ich um und fuhr an beiden Stinkerseen vorbei (wunderschöne Gegend) durch das Feuchtgebiet zurück zur Zicklacke, die einfach wahnsinnig nach pannonischer Tiefebene aussieht (wie man es von Fotos her kennt). Danach retour zum Besucherzentrum. Diese Runde wäre zu Fuß ziemlich heftig gewesen. Allerdings könnte man die Teilgebiete auch gehend besichtigen, wenn man das Auto immer in der Nähe stehen lässt. Für eine wirklich umfangreiche Tagestour könnte man auch mit dem Zug nach Neusiedl fahren, und von dort mit dem Rad über Podersdorf ins Nationalparkgebiet (und wieder zurück).

Gegend um Illmitz

Die Bedeutung des Wortes „Feuchtgebiet“ lässt sich unmittelbar erfahren. Oberer Stinkersee.

Habe ich schon erwähnt, dass die Region um den Neusiedler See auch ein bekanntes Weinbaugebiet ist?

Zicklacke (vielleicht zickt sie auch nur, weil sie im Gegensatz zum etwas größeren Zicksee nur als Lacke bezeichnet wird).

Für weitere Aktivitäten um und auf dem Neusiedler See verweise ich auf meine früheren Blogbeiträge.

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