Südostasien – einmal anders

Cover-SOAErkennen Sie den fleißigen jungen Mann auf dem Cover dieses Buches? Ja, das bin ich. Der „junge Mann“ ist zugegebenermaßen ein wenig geschmeichelt, denn 2008, als dieses Foto in Kambodscha entstand, war ich immerhin schon 38 Jahre alt, aber mal ehrlich: da ist man im besten Alter. Und ich war DIE Attraktion. Ein weißer Ausländer bei der Reisernte in Kambodschas Provinz kommt nicht alle Tage vor. Mit der Zeit liefen die Leute von den benachbarten Feldern zusammen, um dieses Schauspiel amüsiert zu beobachten. Dass die einheimischen Erntehelfer in der gleichen Zeit wesentlich mehr Reis schnitten, blieb unbestritten, doch ganz im Sinne des olympischen Gedankens war dabein sein alles.

Für dieses Bild als Cover-Foto entschied ich mich, weil es so gut zum Inhalt des Buches passt. Südostasien – einmal anders erleben, sowohl als Reisender, als auch als Leser. Ziel meiner Reisen ist, neben einer gewissen „Selbstaufgabe“ (in dem Sinne, seine Komfortzone bzw. seinen gewohnten Alltag aufzugeben, um neue Erfahrungen zu sammeln) auch ein Land abseits der Touristenströme zu erleben. Und dazu eignen sich Aufenthalte als Volunteer beispielsweise ganz ausgezeichnet. Nicht zufällig sind einige Beiträge diesem Thema gewidmet. Auch einen längeren Lebensabschnitt in einem Land zu verbringen, verhilft zu wirklich interessanten Eindrücken und Erfahrungen, wie bei mir in Vietnam. All diese Erlebnisse habe ich auf verschiedenste Weise aufgearbeitet: mal als Reisegeschichte, dann als Hintergrundreportage, oder in Form von Rezepten ausgewählter Klassiker der asiatischen Küche, garniert mit Informationen zu den bereisten Ländern und launigen Betrachtungen. Genau diese Vielfalt an Textformen und Inhalten machen den Reiz dieses Buches aus.

All die Sehenswürdigkeiten der Region, die prachtvollen Tempel Thailands, der Königspalast in Phnom Penh und die Ruinen von Angkor, die eindrucksvollen Petronas-Türme in Kuala Lumpur oder die landschaftliche Schönheit von Laos wären unvollständig ohne die persönlichen Erfahrungen mit Menschen: die angesprochene Reisernte in Kambodscha, das Bepflanzen von Reistümpeln, das Unterrichten von Schulkindern oder eine Muttertagsfeier in Thailand, die Begegnung mit einem (ehemaligen) deutschen buddhistischen Mönch, das Erleben einer spirituellen Messe (zu meinem Seelenheil), um negatives Karma zu tilgen, in Vietnam sowie der gesamte, eineinhalbjährige Lebensabschnitt in Vietnams Hauptstadt Hanoi, wo ich Englisch unterrichtete und meine Frau kennenlernte (siehe auch „Plötzlich in Vietnam“ sowie „Vietnam – Aus dem Alltag betrachtet„), haben zu diesem Gesamtbild beigetragen und es unendlich bereichert. Wenngleich ein Buch nicht all die persönlichen Eindrücke ersetzen kann, so mag es helfen, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

Der „junge“ Mann ist zwar älter geworden, die Liebe zu Asien blieb ihm aber erhalten (im Gegensatz zur weißen Schirmkappe auf dem Foto, die er irgendwo unterwegs verloren hat). Und bald schon wird er wieder asiatischen Boden betreten. Wetten, dass?

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