Zitate aus "Tuk Tuk, Sir?" Drucken
Geschrieben von: Albert Karsai   
Montag, den 30. März 2009 um 04:53 Uhr

 "Für die einen sind es Königsgräber, für die anderen die größten Maulwurfshügel der Welt."

"Wollen Sie zum Beispiel eine Banane essen, dann ist es empfehlenswert das Visier vor dem Abbeißen hochzuklappen. Das ist doch selbstverständlich, werden Sie sich jetzt vielleicht denken. Nun, das hätte ich davor auch gesagt."

"Im heutigen Korea ist für die Toten nicht mehr soviel Platz vorhanden, und deswegen hat sich die Urnenbestattung durchgesetzt. Die Lebenden werden in Hochhäusern zusammengepfercht, die Toten in ihren Urnen. Sie machen sich quasi aus dem Staub."

"Es ist schon unglaublich: kämen beispielsweise fünf Millionen Chinesen auf einen Schlag nach Österreich, so würde deren Abwesenheit in China niemandem auffallen. Aber bei uns wäre die Hölle los!"

"Der KL Tower steht inmitten der Stadt, auf einem Hügel, der von einem kleinen Stück Regenwald bedeckt ist. Egeldichte Socken brauchen Sie hier keine. Es sei denn, Sie gehören zu den übervorsichtigen Naturen. Aber nehmen Sie dann besser auch ein Gewehr auf Ihren Spaziergang mit - man kann nie wissen. Die Eichhörnchen in diesem Park sind als besonders blutrünstig verschrien."

 „Where are you from?“, fragt sie mich, und ich antworte mit „I am from Austria“ und suche nach der Mozartkugel.
 „Austria? Did you say Austria?“, erwidert sie ungläubig.
 „Yes“, entgegne ich, beginne wie ein Kängaruh auf und ab zu springen und schüttle dabei unentwegt den Kopf.

"In vielen großen Städten auf der ganzen Welt findet man ein Chinatown, und manchmal frage ich mich, wieviele Leute die Frage nach der Hauptstadt von China wohl mit „Chinatown“ beantworten würden?"

"Das Essen vom Buffet schmeckt richtig gut und kostet nicht mehr als 6 Ringgit. Dafür werden die Speisen offen angeboten und sind dem steten Regen an Bazillen und anderen menschlichen Emissionen ausgesetzt. Aber das gehört zum Lokalkolorit. Und wer aus lauter Vorsicht gar nichts isst, dem geht es auch nicht gut."

"Zwei Ausländer bei der Reisernte inmitten der kambodschanischen Pampa. Eine Attraktion. Für die Einheimischen. Über unsere Beweggründe können sie nur spekulieren, aber Sonnenstich oder Vogelgrippe dürfte für sie wohl die schlüssigste Erklärung sein."

"Der Besitzer des Feldes, der minutenlang auf mich einredete, obwohl ich ihm mit flehentlichem Gesichtsausdruck zu verstehen gab, dass ich kein einziges Wort verstand, geht vor mir her und lotst mich zurück zur Hauptstraße. Mit dieser Situation ist er vertraut. Seine Rinder trotten normalerweise ebenso folgsam hinter ihm her, und viel gesprächiger als ich sind sie auch nicht."

"Eine weitere Faustregel besagt, dass Motive, die einem von den Einheimischen wärmstens ans Herz gelegt werden, in der Regel enttäuschend sind, während sich alle Mühen lohnen jene Orte aufzusuchen, von denen es heißt, es gäbe dort nichts zu sehen."

"Angesichts dieser überwältigenden Naturkulisse hält es mich nicht lange auf meinem Sitz, und so bitte ich meinen Kollegen im Abstand von einem Kilometer für ein Foto anzuhalten. Für meine Begleiter ist es einfach eine weitere willkommene Gelegenheit sich gegenseitig abzulichten, und es muss sie irritieren, dass ich immer ins Leere fotografiere."

"Ein Charakteristikum vietnamesischer Straßenküchen sind die für westliche Verhältnisse ausgesprochenen niederen Tische und Stühle. Der Ausdruck „auf der Straße essen“ bekommt in diesem Licht eine zusätzliche Dimension."

"Was mir allerdings fehlt, ist der Reis. Angesichts der Tatsache, dass Vietnam nach Thailand der weltweit zweitgrößte Reisproduzent ist, erscheint meine Lage jedoch nicht aussichtslos."

"Auf den Hängen und im Tal unter uns erstreckt sich das Dorf Cat Cat, welches von einer der ethnischen Minderheiten bewohnt wird. Angesichts der vielen Touristen, die sich durch das Dorf bewegen, erscheinen mir seine Bewohner augenfällig als Minderheit, was aber nichts an der großartigen Szenerie im Umkreis ändert."

"Drei Erwachsene jedoch auf einem Motorrad, noch dazu auf einer ziemlich unebenen Gebirgsstraße, ist keine komfortable Methode der Fortbewegung. Speziell der hinterste Beifahrer bekommt die Schläge mit aller Härte zu spüren, und ich weiß genau wovon ich rede."

"Mit einem Schlag bin ich hellwach. Wie von der Tarantel gestochen laufe ich zurück zu meinem Zimmer, springe auf das Fahrrad und hetze durch die Straßen, hie und da ein paar Hühner aufscheuchend, die mit vorwurfsvollem Gezeter eiligst das Weite suchen. Ich überfahre eine rote Ampel, zwei Motorräder und ein Auto, stehe dafür aber fünf Minuten später mit hängender Zunge vor dem Haus. Ich habe es geschafft. Eine halbe Stunde später klettern wir in den Minibus und verlassen die Stadt."

"Unterwegs sehen wir ein Schild überhalb der Fahrbahn, auf dem ich eine merkwürdige Aufforderung lese:
 “Sexually exploit a child, go to jail here or at home” (Missbrauchen Sie ein Kind, gehen Sie hier oder zu Hause ins Gefängnis). Nein, danke. Selbst, wenn ich es mir aussuchen darf."

"Ich trete näher und blicke auf den Bildschirm, bereit die Wissenschaft mit einer bahnbrechenden Erkenntnis zu revolutionieren, doch die Revolution bleibt aus. Mit meinen Erkenntnissen könnte ich die Rückseite einer Briefmarke füllen, und da würde sich meine Unterschrift auch noch mit ausgehen."

"Wird der Vortrag in Vietnamesisch gehalten, so ertönt aus den Kopfhörern eine englische Simultanübersetzung, wobei der Ausdruck simultan insofern eingeschränkt gilt, als nur in etwa jeder dritte Satz gedolmetscht wird. Der dafür aber in gut verständlichem Englisch."

"Personen aus Sri Lanka sehen nun einmal anders aus als solche aus China, auch wenn ich mir für diese Erkenntnis nicht den Nobelpreis für Anthropologie erwarten darf."

"Man taucht in eine neue, fremdartige Welt ein und fragt sich, ob diese bunte Vielfalt nicht erstrebenswerter ist als der Alltag, der einen zu Hause gefangen hält. Man beginnt zu vergleichen und zu träumen. Und mit jedem neuen Land, in das man seinen Fuß setzt, beginnt das Spiel von vorne. Eine mehrstündige Busfahrt oder Flugreise genügt, um die Karten neu zu mischen."

"Yorron blickt mich an, und aus seinen Augen spricht Mitgefühl. “Es ist die alte Leier vom Glas, das die einen als halbvoll, und die anderen als halbleer ansehen. Du kannst dich dafür entscheiden glücklich zu sein, und du kannst dich dafür entscheiden unglücklich zu sein. Du hast die Wahl, jeden Moment deines Lebens”."

"Es ist ein schöner Tag. Einer, an dem man das Leben intensiver spürt als sonst. Wir stoppen das Boot an einer einladenden Stelle, um eine Runde zu schwimmen. Das Wasser ist herrlich und spült den Schweiß und die Sorgen hinfort. Kühlere Zonen wechseln mit warmen, an denen die Temperatur sprunghaft ansteigt. Wie ein Wechselbad der Gefühle. Wie das Leben selbst."

"Stellen Sie sich vor, Sie werken Sonntag Nachmittag in Ihrem Garten, als plötzlich zwei Asiaten auftauchen und beginnen Ihren Rasen zu mähen. Das geht eine Weile so, dann verschwinden die beiden wieder. Unterhalten haben sie sich mit Ihnen in Ermangelung einer gemeinsamen Sprache nicht."

"Nach dem Austauschen einiger Zündkerzen, und einem Ölwechsel, muckt der Motor wieder auf und dröhnt rotzig durch die Werkstatt. Ich bezahle und schwinge mich zufrieden auf die Maschine. Nun würde ich bald zuhause sein, meine nassen Kleider wechseln und es mir gemütlich machen. Manchmal wundere ich mich selbst über meine Naivität."

"Um Sie nicht zu frustrieren, werde ich Ihnen den Hergang dieser Zeremonie auf Deutsch beschreiben. Wer unbedingt will, kann es ja für sich selbst ins Koreanische übersetzen."

"Der Regen hat aufgehört und die frische Morgenluft wirkt belebend, trotzdem fühle ich mich hundemüde. Ich werfe einen Blick zu den Mönchen. Völlig ruhig und kerzengerade sitzen sie da, die Beine in der typischen Lotusposition. Nichts in ihrem Gesicht gibt Auskunft darüber, was in ihrem Inneren vorgeht. Ob auch sie Müdigkeit empfinden, ob auch ihre Beine schmerzen, ob auch sie von ihrem unruhigen Geist permanent aus der Konzentration gerissen werden?"

"Die ungefähr sechs Meter hohe Steinkonstruktion kann nur aus einigen Metern Distanz besichtigt werden und erinnert an einen gemauerten Schornstein. Der Zugang kostet nicht viel und bringt auch wenig."

"Wenn Sie unberührte Wildnis suchen, sind Sie in Alaska oder dem hohen Norden besser aufgehoben. Oder im Garten meines Onkels, wenn Sie nur ungern weite Reisen auf sich nehmen."

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 24. Oktober 2010 um 21:08 Uhr