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Geschrieben von: Albert Karsai   
Sonntag, den 05. Dezember 2010 um 22:02 Uhr

Seit längerem warte ich nun schon darauf, dass namhafte Zeitungen und Magazine sich bei mir melden, um mich einer größeren Leserschaft vorzustellen. Da bislang nichts dergleichen passiert ist, habe ich mich einfach selbst zum Interview gebeten.



Warum nennst du dich Comedian Traveller?

Der Name ist an die Comedian Harmonists angelehnt. Diese deutsche Gesangsgruppe hatte mit ihren humorvollen Interpretationen in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg großen Erfolg. Und da bei meinen Texten der Humor nicht zu kurz kommt, habe ich spontan den Comedian Traveller geboren.

Schreibst du nur lustige Texte?

Nein. Meine Bücher enthalten auch ernste und sehr hintergründige Passagen, denn das Leben ist eine Mischung aus sehr unterschiedlichen Emotionen. Manche meiner Geschichten sind auch überhaupt nicht lustig (z.B. "Die Hoffnung stirbt zuletzt"). Manche Themen vertragen keinen Humor, sie sind ernst und traurig, und stimmen nachdenklich. Auch gibt es unterschiedliche Wege, sich einem Thema zu nähern, und Humor ist nur eines davon.

Worum geht es dir bei deinen Texten?

In erster Linie will ich meine Leser unterhalten. Daneben möchte ich aber auch immer interessante Informationen über das jeweilige Land und dessen Einwohner geben. Ich erzähle ja auch Geschichten, und schreibe keine Berichte. Reine Reiseberichte, also eine bloße Schilderung der Reise, der Umgebung und der Ereignisse finde ich eher langweilig. Ich erzähle Geschichten, die vor dem Hintergrund des jeweiligen Landes spielen, und auf diese Weise auch etwas vom Land selber vermitteln.

Hast du ein literarisches Vorbild?

Nun ja, ich habe schon einige gute Reiseschriftsteller gelesen, aber vielleicht der Australier Peter Moore zum Beispiel, oder auch der Amerikaner Bill Bryson. Speziell Letzterer versteht es meisterhaft, humorvolle Geschichten und Reiseerzählungen mit interessanten Anekdoten über Land und Leute zu kombinieren. Dabei unternimmt er keine besonders spektakuläre oder abenteuerliche Unternehmungen, aber die Art und Weise, wie er darüber schreibt, ist schon sehr amüsant. Und er recherchiert gute Hintergrund-Stories.

Wer ist dein Zielpublikum?

Zuerst natürlich all jene, die selber gerne reisen und an fremden Ländern und Kulturen interessiert sind. Aber da meine Texte darauf aus sind, zu unterhalten, also gleichzeitig auch Unterhaltungslektüre sind, kommen nicht nur passionierte Globetrotter auf ihre Rechnung. Ich glaube, dass mein Zielpublikum viel größer ist, als man auf den ersten Blick vermutet.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

Erst vor ein paar Jahren, zumindest was Reiseliteratur betrifft. Beruflich habe ich schon früher geschrieben, z.B. Dossiers für den Wissenschaftskanal des ORF im Internet. Ich beschäftige mich und spiele generell gerne mit Sprache, und wenn der Moment passt, dann fließt das alles aus mir heraus. Ein anderes Mal beginne ich zum Schreiben, aber es geht nicht oder nicht gut. Dann höre ich auf, denn wenn man nicht inspiriert ist, werden auch die Texte nicht gut. Aber meistens komme ich in diesen "Flow", wenn die Ideen nur so sprudeln, und ich kaum mit dem Schreiben nachkomme.

Was sind deine Ziele?

Ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden, und meine Leidenschaft für das Reisen und Schreiben, und Inhalte zu präsentieren, beruflich zu vereinen. Das ist ein hochgestecktes Ziel, und ich bin Realist genug, um zu wissen, dass es nicht leicht zu verwirklichen ist. Auf der anderen Seite bin ich Träumer und Idealist genug, um weiter zu träumen und an der Umsetzung zu arbeiten. Letztendlich läßt sich nichts im Leben erzwingen. Und selbst wenn, führt es zu nichts.

Wie sieht die Realität aus?

(Schluchzt). Sagen wir so: wenn ich von meinen Buchverkäufen und Werbeeinnahmen leben müsste, hätte ich als buddhistischer Mönch in Asien sicherlich den höheren Lebensstandard. Zum Glück bin ich finanziell nicht davon abhängig (ich gehe einem bürgerlichen Beruf nach). Es macht mir aber sehr viel Spaß, und Comedian Traveller ist meine persönliche Spielwiese. Daneben lerne ich aber auch viel Neues, schließlich bin ich Autor, Webadministrator und Online-Redakteur in einer Person. Einiges davon kann ich sogar beruflich nützen.

Und was machst du beruflich?

Ich arbeite in der Lebensmittelanalytik-Branche. Als studierter Lebensmittel- und Biotechnologe sorge ich dafür, dass das, was wir essen, auch sicher ist. Wenn ich daran denke, was in Asien schon alles vor mir auf dem Tisch gestanden ist, ohne dass ich genau wusste, was es enthielt, und ich in Straßenküchen gegessen und von Straßenverkäufern gekauft habe, die vermutlich nichts von den Hygiene-Richtlinien der EU gehört hatten, kommt es mir manchmal übertrieben vor. Andererseits hat unsere Lebensmittelqualität einen hohen Standard erreicht, und von nichts kommt nichts.

Möchtest du der Menschheit noch etwas mit auf den Weg geben?

Ja. Kauft meine Bücher!


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 19:00 Uhr
 



Die Geschichten schreibt das Leben selbst. Der Autor fasst sie nur in Worte.