Startseite
3. Platz in Frankfurt! Drucken E-Mail
Freitag, den 27. März 2009 um 17:06 Uhr

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse fand die Preisverleihung für den besten Reisebericht 2009 statt. Am Ende einer spannenden halben Stunde standen die Platzierungen fest. Ich landete ich auf dem guten 3. Platz.

War das spannend! Schon vor Beginn der Buchmesse in Frankfurt standen die neun Finalisten der Ausschreibung "Die besten Reiseberichte 2009" fest. Band 2 der gleichnamigen Buchreihe war ebenfalls schon vorab im Handel erhältlich. Doch wer war der/die Gewinner/in? Fünf der Autoren waren nach Frankfurt gekommen, um persönlich an der Preisverleihung teilzunehmen. Und am Samstag, 16.30 Uhr, wurde das Geheimnis dann endlich gelüftet. Der Sieg ging an eine Deutsche mit dem klingenden Namen Tonja de Almeida Madeira Clemente. Auf Platz zwei folgte die Schweizerin Martina Denervaud. Und dann kam schon der Comedian Traveller, der die rot-weiß-roten Fahnen hochhielt. Die Gewinnerin durfte am Ende noch ein paar Minuten aus ihrem Beitrag vorlesen. 
 
Wie schon im Vorjahr hatten registrierte Autoren die Möglichkeit, bis Ende Juni selbst geschriebene Reiseberichte zu verfassen und auf der Homepage des traveldiary.de Reiseliteraturverlags zu publizieren. Die neun besten Berichte wurden in einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht. Die Bewertung der Berichte erfolgte durch eine dreiköpfige Fachjury, sowie die Kommentare und Bewertungen, die Leser online abgaben. Ich nahm dieses Jahr mit meiner Geschichte "Auf zwei Rädern durch Hanoi" teil, die Sie auch auf meiner Homepage (plus zusätzlicher Videoversion) lesen können. Schon im Vorjahr reihte ich mich mit meiner Geschichte Reisen - Made in Taiwan unter die Finalisten ein. Diese Geschichte ist auch in meinem Buch "Tuk Tuk, Sir?" erschienen (und ebenfalls online verfügbar).

Interessierte können "Die besten Reiseberichte-Band 2" jetzt bestellen!

Dass auch eine Reise nach Frankfurt abenteuerlich sein kann, wurde mir beim Suchen meines Quartiers klar. Da Hotels zur Messezeit ein Schweinegeld kosten, und ohnehin alles schon lange im Vorfeld ausgebucht war, hatte ich ein Bett in einem Sechsbettzimmer eines Backpacker-Hostels gebucht. Es lag in der Nähe des Hauptbahnhofs und war aus logistischen Gründen ein Traum, doch etwas kam mir seltsam vor. Als ich den Bahnhof verließ und die verkehrsberuhigte Kaiserstraße entlang schlenderte, da war noch alles in Ordnung, aber als ich um die Ecke in die Moselstraße einbog (denn in dieser Straße lag das Hostel), sah ich rot. Es begann mit einer Rotlichtbar, an die sich eine Spielhölle reihte, in deren Gefolge eine Peepshow um Aufmerksamkeit warb. Und in dieser Tonart ging es weiter. An zwielichtigen Gestalten vorbei, eindeutige Angebote an jeder Ecke abwehrend, lief ich zweimal den Häuserblock auf und ab, bis ich endlich meine Unterkunft fand. Die war dafür dann aber gar nicht schlecht. Sah man einmal  davon ab, dass sie ein Stundenhotel und eine Peepshow flankierten. Sobald man das robuste Glastor durchschritt, änderte sich auch das Publikum drastisch. Junge (und auch ältere) Leute aus aller Welt saßen vor einer gemütlichen Bar und unterhielten sich oder surften auf ihren Computern dank WIFI durch das Internet. Aus den Boxen ertönte coole Rockmusik, die etwas später von der spontanen Live-Darbietung eines Gastes abgelöst wurde. Auf dem Zimmer, das mit seinen nüchternen Stockbetten und der allgemein eher spärlichen Möblierung einen spröden Charme ausstrahlte, fühlte ich mich dann prompt an mein Leben "on the road" erinnert. Dennoch war es - ganz made in Germany - ein liebenswertes und funktionelles Zuhause für zwei Tage. Ich kann es nur empfehlen. Echt. (Five Elements-Hostel)


 

 


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. März 2011 um 19:03 Uhr
 



Die Geschichten schreibt das Leben selbst. Der Autor fasst sie nur in Worte.